

Im Jahre 1705 - also noch zu Lebzeiten von August dem Starken - wurde praktisch das erste "Taxiunternehmen" der Stadt gegründet. Der Dresdner Ratsherr Landsberger startete mit vier Sänften und acht Trägern. Angesichts der holprigen gepflasterten Straßen dürfte dieses ungewohnt sanfte Transportmittel schnell betuchtere Nutzer gefunden haben. Nach 25 Jahren ging das Unternehmen Landsbergers in städtischen Besitz über. Die Sänftenträger (oder auch "Ratschaisenträger") hatten immer wöchentlich Abgaben an den Rat zu zahlen. Dafür ließ der Rat der Stadt ihnen ein eigenes Depot, das Chaisenhaus, direkt auf dem Altmarkt bauen. Wenn man bedenkt, dass der Altmarkt über die Jahrhunderte bis auf das alte Rathaus so gut wie immer unbebaut blieb, kam den Sänftenträger hier eine besondere Ehre zuteil.
Auf dem Foto sehen Sie eine original Dresdner Sänfte, die Sie im Verkehrsmuseum Dresden am Neumarkt besichtigen können.
Ab 1819 kamen in Dresden die Fiaker und 1843 die Droschken hinzu und entwickelten sich für die Dresdner zu einem wichtigen Nahverkehrsmittel. Der Begriff Taxi leitete sich dann von dem an den Droschken eingesetzten Gerät zur Preisbestimmung ab. Mit dem Ausbau der Straßenbahnlinien um die Jahrhundertwende sank dann der Bedarf nach Droschken, die bis dahin auf eine Zahl von ungefähr 500 angewachsen waren, aber rapide.
Das erste "richtige" Taxiunternehmen der Stadt wurde direkt nach dem ersten Weltkrieg von Curt Krause am Schillerplatz ins Leben gerufen. Seine Taxis, große ausrangierte Militärfahrzeuge, verbanden das noch nicht eingemeindete Blasewitz mit Dresden. Fast 30 Jahre später, 1946, wurde die Dresdner Taxigenossenschaft gegründet und zählte 1949 schon 147 Taxis. Da in der DDR, in den 70er Jahren, keine neuen Konzessionen mehr vergeben wurden, wuchs die Zahl gerade mal auf 200. Erst als 1992 wieder Konzessionen vergeben wurden, sprang die Zahl der Taxis auf 600. Inzwischen gehen die Bestände der elfenbeinfarbigen Fahrzeugflotte aber kontinuierlich zurück. Mitte 2007 waren noch ca. 500 Taxis im Einsatz.
Bei Bus und Bahn wird Nachhaltigkeit ganz groß geschrieben, zum Beispiel mit dem Einsatz des ersten Hybridbusses im Linienbetrieb. 2005 erhielt die Stadt den begehrten CIVITAS Award, eine der höchsten Auszeichnungen für nachhaltigen Stadtverkehr. Im Taxigewerbe sieht es mit der Nachhaltigkeit, derzeit noch etwas anders aus. Im Taxifuhrpark gibt es gerade mal vielleicht zwei Prozent der Fahrzeuge mit Erdgasantrieb und seit September 2007 noch eins mit Hybridtechnik, alle anderen Fahrzeuge warten darauf durch modernere ersetzt zu werden. Professor Udo Becker vom Lehrstuhl für Verkehrsökologie an der TU Dresden rechnet vor, dass sich bei einem Komplettumstieg der Taxis auf Hybrid, wie es beispielsweise in New York geschieht, 20 bis 30% der CO2-Emissionen reduzieren lassen. So gesehen sind unsere Rikschataxis ja auch Hybridfahrzeuge, denn Hybrid bedeutet ja nichts weiter als die Kombination zweier unterschiedlicher Antriebsarten (bei uns Muskelkraft und kleiner Hilfsmotor). Ein weiterer Schritt zur Nachhaltigkeit im Taxigewerbe wäre ganz sicher, wenn sich die Zahl der zur Verfügung stehenden Fahrzeuge tatsächlich am Bedarf orientieren würde. Wenn wie im Herbst 2007 die Taxis nur zu rund 25% ausgelastet sind, dann schlägt sich das nicht nur im Einkommen der Fahrer wieder, es wird auch unnötig Energie für die Bereitstellung der Fahrzeuge verbraucht.
Richtig nachhaltig wäre es aber erst, wenn Bus, Bahn und auch Fahrrad für mehr Menschen, die jetzt noch ins Autotaxi steigen, wieder attraktiver werden. Barrierefreiheit der Öffentlichen Nahverkehrsmittel ist hier ein wichtiges Ziel, um deren Attraktivität zu erhöhen. Gerade auf längeren Strecken kann auch ein Hybridauto bei der Umweltfreundlichkeit noch nicht mit modernen Straßenbahnen bzw. Zügen mithalten. Aber natürlich wird das Autotaxi auch weiterhin für bestimmte mobilitätseingeschränkte Personengruppen wichtig bleiben.
Quellen:
- "Von Kutschern und Kondukteuren", erschienen im Junius-Verlag
- Blasewitz - Aus der Geschichte eines Dresdner Stadtteils, Michel
Sandstein
- Redaktionsarchiv der Sächsischen Zeitung
- lincoln.lib.niu.edu/fimage/gildedage/image.php?id=4900
- Website der Dresdner Taxigenossenschaft
- Das Bild der Sänfte mit freundlicher Genehmigung des Verkehrsmuseum
Dresden