

Maria Hardtmann
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Wie lange fährst du schon Fahrradtaxi?
Seit September 2005, aber das erste Mal in einem
gesessen habe ich 1997
als Gast. Damals war ich mit meiner Mutter in Berlin und wollte
unbedingt damit durch das Brandenburger Tor. Als ich
schließlich
nach Dresden zog und die ersten Fahrradtaxis sah, wusste ich, was ich
machen will.
Warum fährst du Rikscha?
Es ist einfach einer der besten Jobs der Welt: dafür
bezahlt
zu
werden, nette Leute durch eine schöne Stadt zu fahren, nicht
ständig auf einen Monitor, sondern in die Sonne zu schauen -
was
will man mehr?
Wo wartest du am liebsten auf Kundschaft?
Das wechselt. Eine Weile lang war es auf der
Schloßstraße
vor dem Kulturpalast. Dort kommen Menschen aus allen Richtungen und
wollen eben auch überall hin, was die Fahrten interessant
macht.
Da dort im Moment aber gebaut wird, findet man mich wohl eher an
Zwinger oder Frauenkirche.
Was sind deine Lieblingstouren?
Ich mag den "Klassiker", eine Runde durch die
Altstadt, vorbei an
Fürstenzug, Zwinger und Co. Falls die Zeit da ist, fahre ich
auch
gern an die Elbe und in die Neustadt auf den Spuren Erich
Kästners.
Was ärgert dich in Dresden am meisten?
Eigentlich nix, Dresden ist doch toll! Wenn man aber
was
ändern
sollte, dann die Fahrradwegführung zwischen der Dresdner
Synagoge
und Pirnaischen Platz.
Wer ist dein Lieblingsdresdner?
Früher hätte ich gesagt, Erich Kästner, aber
den kennen
schon alle. Aber das macht ja nix, was gut ist bleibt gut. Also immer noch: Erich Kästner.
Was
war dein verrücktestes Erlebnis beim Radeln?
Eigentlich zwei, die beide mit
Verständigungsschwierigkeiten
zu
tun hatten. Das erste Mal fragten mich zwei Italiener mit Hand,
Fuß und Touristenführer, wo denn das Dresdner
Nostalgiekaufhaus zu finden sei. Da es das nicht gibt, verwies ich auf
das damals noch existierende Centrum Warenhaus und fuhr sie 500m bis
dahin. Das zweite Erlebnis waren zwei junge Russen, die wild
gestikulierend immer wieder "Most" und "Avtobus" riefen und dabei schon
eingestiegen waren. Nun kann ich leider kein Russisch!
Glücklicherweise fand sich ein älteres Dresdner
Pärchen,
die geduldig übersetzten, sodass ich die beiden Jugendlichen
noch
pünktlich zur Abfahrt ihres Busses unter die
Carolabrücke
bringen konnte. Inzwischen habe übrigens ich ein wenig Russisch gelernt ;)
Was war deine längste Tour bisher?
Wenn man mehrere Etappen zählt, dann eine
ausgedehnte
Stadtrundfahrt mit einem Schweizer Pärchen, die sich an zwei
Tagen
über die Dresdner Altstadt, die Neustadt, den Großen
Garten
mit Gläserner Manufaktur und die Prager Straße mit
Rundkino,
UFA-Palast und Hauptbahnhof erstreckte. Insgesamt waren wir sicher vier
Stunden unterwegs.
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